Meine unbekannte Schöne

Wer ist sie? Wo kommt sie her?
Es war ein Rätsel …

Inzwischen habe ich die Antwort gefunden. Also eine Salvienart. Durch die Recherche nach dem Namen ist mir erst bewusst geworden, wie viele Arten es in dieser Pflanzengattung gibt. Ich werde bald ein Album mit verschiedenen Salvienarten anlegen.

Aber nun möchte ich euch erst einmal erzählen, wie sie zu mir gekommen ist.

Es war im vergangenen Herbst, mein Mann hatte bei einem befreundeten Kunden ein Bauvorhaben abgeschlossen und die Baustelle beräumt. Zum Abschluss bekam er noch ein Glas Honig (der Bauherr ist Hobby-Imker) und einen Topf mit ein paar unscheinbaren schrumpeligen Blättern in die Hand gedrückt. Die hat dir doch so gut gefallen – pflanzt die mal ein. Dann entließ er seinen Handwerker. Der Topf landete auf der Terrasse und fristete noch ein paar Wochen unbeachtet sein Dasein. Kurz vor dem ersten Frost erbarmte ich mich und suchte ein letztes freies Plätzchen in meinem überfüllten Gärtchen. Ich hatte wenig Hoffnung, dass daraus etwas werden könnte.

Dann breitete sich der Nebel des Vergessens über uns, der Winter kam und ging.

Als wir unsere Topfpflanzen aus dem Winterquartier holten, meinte mein Mann, da müsse doch noch die Pflanze von Ludwig sein … Nein, also ich konnte mich nicht erinnern. Alle Pflanzen, die wir überwintert hatten, waren noch da …

Der Frühling nahm seinen Lauf und ich entdeckte auf meinem Staudenbeet geheimnisvolle Blätter. Mit dem Unkrautzupfen bin ich nicht so schnell. Mal schauen, was daraus wird. Könnte ein versamter Fingerhut sein …

                    

Bald entdeckte ich Blütenansätze. Sie sahen sehr bizarr aus und Fingerhut war das schon mal nicht. Ich begann zu recherchieren und im Netz zu fragen. Ich erhielt keine Antworten.

                    

Inzwischen wuchs die Pflanze und streckte sich und brachte immer neue Blütenrispen hervor. Wobei ich bald erkannte, dass die zart geäderten Blättchen nur Scheinblüten waren. Auf diesen Blättchen wurden wie auf einem Tellerchen die Blütenknospen dargereicht.

         

Die eigentliche Blüte kam erst viel später zum Vorschein. Da erst war klar, es ist ein Lippenblütler.

Sie verströmt einen wunderbaren Duft nach Muskatwein. Ihren Namen hat sie auch tatsächlich daher. Die alten Römer legten Blüten und Blätter in schlechten Wein und werteten ihn damit auf. Ich habe gelesen, dass das heut noch so gemacht wird, nur wird damit kein minderwertiger Wein geschönt, sondern einfach nur mit einer besonderen Note versehen. Auf jeden Fall kann man die Pflanze auch für Tees und Duftöle verwenden. Ganz bestimmt würden wir uns einen solchen Tee einmal gönnen, nur wagen wir unser einziges Exemplar nicht zu plündern.

Die Pflanze soll sich versamen. Wenn das gelingt, werden wir leider nur alle zwei Jahre blühende Pflanzen haben, denn sie blüht erst im zweiten Jahr. Ich sterbe jetzt schon vor Ungeduld und halte fast täglich mit Hilfe der Fotos jedes Blütenstadium fest. Das muss mir dann über das nächste Jahr helfen.

Auf jedenfall ist sie schon jetzt – Mitte des Jahres – meine persönliche Gartenpflanze des Jahres 2016.

         

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